Reviews

GMCD 7332 – Jota, guitar music by Fransisco Tárrega

Michael Erni – guitar

To the CD in our Shop

 


Concertino – 04/2012

Dieses Album von Michael Erni hat es in sich. Es ist insbesondere eine bedeutende Veröffentlichung, die von den Liebhabern der spanischen Gitarre sehr begrüßt wird. Tárrega wird hoch geschätzt als Begründer der modernen spanischen Gitarrenbewegung, in der er nicht nur einen neuen Stil des Gitarrenspiels kreierte, sondern auch das Instrument, auf dem die neue Spielweise praktiziert wird.
Tárrega, der 1909 starb, schrieb und arrangierte viele Stück für Gitarre. Die Herausgeber haben auf dieser CD eine ungewöhnliche Auswahl getroffen, Originalkompositionen und Transkriptionen. Die eingespielten Originale sind Jota, Tango Maria, Gran Vals, Sueno, Capricho Arabe, Lágrima, Studio sobre la Sonatina d’Alard, Adelia, Las dos hermanitas, Vals, Maria, Alborado, Recuerdos de la Alhambra und Mazurka en sol. An Transkriptionen enthält das Programm die Serenada espaniola von Joaquin Malats, La Paloma von Sebastion de Yradier, Sevilla von Isaac Albeniz, Notti di Spagna von Jules Massenet und Ava Maria von Bach/Gounod.
Interpret dieser Aufnahme ist der schweizer Gitarrist Michael Erni, der hier eine feine Einspielung in hoher Qualität und in interpretatorischem state of the art abliefert. Es handelt sich hier um eine der wenigen Aufnahmen, die sich völlig und bedingungslos auf Francisco Tárrega einlassen und dessen Musik exzellent präsentieren.
(gfz)

Konzert mit «Ayahsofia» gekrönt
Olten Der Gitarrenvirtuose Michael Erni gastierte im ausverkauften Konzertsaal

Der in Dulliken lebende Michael Erni widmete sein Gitarrenkonzert vor allem Stücken des spanischen Romantikers Francisco Tárrega. Als Krönung seines Auftritts spielte er das selbst komponierte «Ayahsofia» erstmals vor grossem Publikum.
Der Höhepunkt von Michael Ernis Weihnachtskonzert war eindeutig die Uraufführung seiner neusten Eigenkomposition «Ayahsofia». Dieses Werk beginnt leise und melodiös. Die Einleitung wirkt durch die eingestreuten Flageoletttöne geradezu lyrisch. Der Gitarrenspieler drückt dabei die Saiten nicht auf die Stege, sondern berührt sie mit der linken Hand beim Anzupfen nur leicht; dadurch erzeugt er hohe, feine, flötenähnliche Töne. Nach diesem ruhigen Anfang leitet Erni in einen dramatischen Mittelteil über.
Seine Hände hüpfen regelrecht über die Saiten und schrecken auch vor schrägen Akkorden nicht zurück. Michael Erni kitzelt alles, was es hergibt, aus seinem Instrument heraus; ausser Wohlklängen auch schabende und kratzende Töne bis hin zu Geräuschen. Den dissonanten Satz schliesst Erni mit einem Paukenschlag ab, indem er mit dem Handballen auf den Schallkörper der Gitarre pocht. Der Schlussteil der Komposition fliesst dann wieder ruhiger dahin, doch auch hier brilliert der Interpret mit seinem variantenreichen Spiel auf höchstem technischen Niveau. Einen zusätzlichen Effekt erreicht Erni durch die so genannte Scordatura, indem er für sein Werk die Gitarre anders als üblich stimmt. Das heisst, alle Saiten ausser der oberen E-Saite werden umgestimmt, um einen obertonreicheren Klang zu erzielen.
Der Titel der Komposition «Ayahsofia» ist der türkische Name für die Hagia Sophia in Istanbul. Das Wort Gitarre ist vom Griechischen über das Arabische nach Spanien gelangt. «Die Geschichte der Gitarre ist verbunden mit der Geschichte des Aufeinandertreffens von Christentum und Islam in Spanien, das anfänglich von ruhigen, dann von konfliktreichen Zeiten geprägt war», erklärt Michael Erni.
In «Ayahsofia» habe er versucht, dies musikalisch umzusetzen – verbunden mit der Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben.
Anderthalb Stunden
Sein anderthalbstündiges Konzert widmete er überdies dem spanischen Komponisten Francisco Tárrega. Dieser Romantiker schuf Bearbeitungen von «La Paloma» oder Originalwerke wie «Capricho Arabe» oder «Gran Vals» (grosser Walzer).
Michael Erni gelang es, auf seiner Gitarre durch die Kombination von Bassläufen, Tremolos und Leitmelodie einen derart vollen Klang zu erzeugen, dass man glaubte, nicht einem Solisten, sondern einem ganzen Orchester zuzuhören. Tárregas Tremolo-Studie «Recuerdos de la Alhambra » schliesslich forderte dem Interpreten das Äusserste an Fingerfertigkeit ab.
Als Erni nach den schnellen Läufen kurz den Arm zum Lockern ausschüttelte, nutzte das Publikum die kleine Pause, um ihm einen Zwischenapplaus auf offener Bühne zu spenden.
Sein Konzert im ausverkauften Saal rundete Michael Erni ab mit dem Titelstück aus seiner neusten CD «Jota», ebenfalls eine Originalkomposition von Francisco Tárrega. Das Publikum erzwang zwei Zugaben: Erni spielte «Asturias» von Isaac Albéniz und eine eigene Flamenco-Fantasie, bei der er auch Zitate von bekannten Melodien einbaute.
Das Publikum dankte zu Recht mit lang anhaltendem Beifall.
URS AMACHER

Oltner Tagblatt-Mittlelandzeitung – Sonntag Nr. 47 22 November 2009 Regional

“Er ist Teil der Seele Spaniens: der Gitarre” – “Wenn das Gitarrenspiel im Blute steckt”
Der Oltner Musiker und Komponist Michael Erni, der mit seiner Familie in Dulliken lebt, hat eine neue CD herausgegeben mit dem Titel JOTA, die einem unter die Haut geht.
Der Gitarrist Michael Erni hat sein Studium am Zürcher Konservatorium mit dem Lehr-und Konzertdiplom abgeschlossen. Er bildete sich  bei Professor Miguel Rubio in Bern weiter aus, wo er mit dem Solistendiplom mit Auszeichnung abschloss. Weitere Studien folgten bei Andrés Segovia und Pepe Romero, Meisterkurse bei William Kanengiser (USA), Steven Thachuk (Can) und Robert Brightmore (England). Zahlreiche Sender in ganz Europa und darüber hinaus spielten seine Musik. Mehrere CDs sind erschienen , auch mit eigenen Kompositionen, und zahlreiche Konzerte gab er mit führenden Orchestern zusammen oder als Solo Auftritt.
Michael Erni darf in der Tat auf eine rege und erfolgreiche Konzertätigkeit zurückblicken. Aber was für ihn wesentlicher ist, immer noch ist er voll besessen vom Gitarrenspiel, komponiert und kombiniert und ist auf der Suche nach Neuem oder  Vergessenem.
Die Begegnung mit der Musik eines Francisco Tarrega  (1852 -1909) inspirierte ihn zu einmalig berührenden und gelungen Interpretationen, die nun auf der CD JOTA zu hören sind. Der Spanier Tarrega stammte aus einer Musikerfamilie und fühlte sich  sehr jung zur Gitarre hingezogen. Schon während seines Studiums konzertierte und komponierte er.  Zusätzlich inspiriert wurde er durch Julian Arcas (1832-1882). Viele Konzerttourneen führten ihn durch ganz Spanien und Europa, 1880 trat er in Paris und London auf. Er war einer der bedeutendsten Künstler seiner Zeit, 1909 wurde er in Barcelona beigesetzt. Zwei Ausrichtungen in seiner Tätigkeit prägten ihn: seine Originalkompositionen und die Bearbeitung der Musik anderer Komponisten. In der modernen Gitarrenmusik galt er als Pionier.
Michael Erni wählte in seiner Interpretation einen ähnlichen Weg. Er spielt  Original Kompositionen von Tarrega und in einem kleineren Teil von Tarrega bearbeitete Kompositionen anderer Musiker wie Malats, Sebastian de Yradier mit dem berühmten Stück „ La Paloma“,  von  Issac Albeniz  mit „Sevilla“, Jules Massenet  mit„Notti di Spagna“ . Von jeher fühlte sich Michael Erni zur spanischen Gitarrenmusik hingezogen. Vor allem die andalusische Gitarrenmusik in ihren vielschichtigen Facetten fesselten ihn, wobei in einzelnen Stücke der arabische Einschlag zu erahnen ist. Gerade diese feinen Nüancen interessieren diesen begabten Gitarrenspieler, der auf seinem Instrument meisterlich zu spielen versteht. Seine Interpretationen  sind von berührender Stärke und grosser Qualität. Man geniesst die feinen Differenzierungen, die unterschiedlich gefärbten Variationen des gleichen Themas. Die Gitarre verkörpert die Seele Spaniens, und Michael Erni ist ein Teil dieser Seele. Nur so kann man es sich erklären, dass es ihm gelingt, diese Kompositionen bald zart,  dann kraftvoll, romantisch verspielt oder sachlich strukturiert zum Tragen zu bringen. Die Musikstücke, die man zu hören bekommt,  leben aus ihrer Vielseitigkeit heraus. Etüden und Tänze, Walzer und Präludien usw., sie gehen einem durch ihre grandiose Melodik unter die Haut. Von sprühender Leichtigkeit sind die romantischen, vom Walzer geprägten Melodien des „Las dos hermanitas“, oder „Vals“ oder Cran Vals“. Erdig und, bei einem Glas Rotwein würde man sagen, fruchtig wirkt die Komposition „Recuerdos de la Alhambra“.
Man nannte Tarrega auch den“ Chopin der Gitarre“, oder auch den“ Paganini der Gitarre“, denn ebenso waren auch polnische Mazurkas seine Lieblingsmelodien, die seine Virtuosität ankurbelten. Michael Erni gelingt es, diesen schnellen Passagen in rasch wechselnden Betonungen ungemein gerecht zu werden. Er ist ein Meister des differenzierten Spiels, des Betonens und des Zurücknehmens und bringt dadurch eine Lebendigkeit in sein Gitarrenspiel hinein, die fesselt und begeistert. Man spürt, dass ihn Francisco Tarregas Musik fesselt und immer wieder neu packt . So freut es Erni, dass er zum 100jährigen Jubiläum des Komponisten ihm diese CD widmen darf. Die Liebhaber spanischer Gitarrenmusik werden begeistert sein, denn gleich auf welcher Ebene man sich bewegt, im Reich des sinnlichen Tangos mit dem Stück  „Tango Maria“ oder sich von heiteren, viel Lebensfreude ausstrahlenden Walzermelodien verzaubern lässt, ein paar Stellen weiter sich in Rhythmen einer Mazurka verliert, immer erkennt man, dass Michael Ernis Solo Gitarrenspiel von grandioser Qualität und Einmaligkeit ist,  und  was besonders reizvoll ist, auf einer Gitarre aus der Werkstatt des bekannten Instrumentenbauers Kuno Schaub spielt. Auch dies ein Glücksfall!
Madeleine Schüpfer

MusicWeb International Friday September 04th 2009

This is an enjoyable selection of works by Tárrega which presents a rump of original compositions leavened by some of his evocative transcriptions. The composer was, of course, one of the greatest writers for the guitar and his promotion of new instruments also expanded the potential in playing and composition, circumstances that led to greater feats of volume and virtuosity.
The most extensive piece is the first, Jota, which despite appearing somewhat too sectional is actually sewn together with delicious cunning to just about withstand its approximately ten minute length. Naturally this will remind us of de Falla – but perhaps, more justly, de Falla should remind us of Tárrega rather more than he does. In the thrum and strum and in its colour evocations it’s powerful and, although atypical (because so extensive), it prefaces the programme assuredly. There’s a certain hauteur in the rhythmic snap of Tango Maria but this is contrasted with the delightful Lágrima, one of his most artlessly poetic inscriptions. So too in its way is the warming romance of Adelita, who sounds irresistible. The programming also allows us to confront two charmingly contrasted Waltzes – Las dos hermanitas and the single-mindedly named Vals. Those in search of colour and texture should investigate Alborado with its perky drama and inner voicings, subtle and shaded as a Moorish courtyard.
And then there are the transcriptions, of which the composer was a prodigious exponent. There are hundreds of such things, and they are hugely engaging. It’s true that these are old favourites but not necessarily always to be heard in Tárrega transcriptions. It’s good to hear the Malats especially and also Yradier’e evergreen La Paloma but all five are well worth exploring.
In all this the guide is guitarist Michael Erni. I like much of his playing but in the final degree his rubati are sometimes too tense and his ability to colour with truly evocative gradients of tone is not quite there. Capricho Arabe is too brisk and businesslike, with a workmanlike approach to rubati and colour. In theory his rather linear approach to Recuerdos de la Alhambra is not at all objectionable – Julian Bream is actually even faster – but it fails in the detail, as a listen to any of Segovia’s recordings will attest. And I really don’t like his way with the Mazurka en sol. After Bream’s ineffable mellifluousness and lilting rhythm Erni sounds harried and technically strained. This is a pity because it, to some degree, limits one’s appreciation of the recital. So too  the slightly dry recording with the soloist quite far back in the soundstage; squeaking ‘gym shoes’ in the shifts are audible throughout but the same is true of most guitarists, even the very greatest.
Even with his Kuno Schaub guitar, then, this gets a somewhat guarded welcome.
Jonathan Woolf